6 Top Trends 2017 in der deutschen Wirtschaft

Jedes Jahr führen Marktforschungsinstitute und große Beratungshäuser, wie McKinsey, Roland Berger, PriceWaterhouseCooper und KPMG Studien über die Top Trends der Manager durch. Die Quintessenz aus diesen Berichten haben wir für Sie zusammengefasst.

toptrends2017

Im Jahr 2017 zeigen sich einige bekannte Top Trends in neuem Kleid. Was vor drei Jahren als Zukunftsmusik galt, hat heute bereits einige Branchen grundlegend verändert. Der Druck steigt somit auf die Marktteilnehmer, die bestehenden Trends dieser Tage ernst zu nehmen und darauf mit den richtigen Entscheidungen zu reagieren. Im Folgenden Artikel beurteilen wir, die aus unserer Sicht sechs wichtigsten Trends innerhalb der deutschen Wirtschaft in 2017. Der Artikel zielt bewusst auf Themen ab, die Sie als Leser und Unternehmer selbst durch Ihre unternehmerischen Entscheidungen beeinflussen können. Auf makroökonomische oder geopolitische Megatrends wird daher in dieser Darstellung verzichtet.

 

1 | War for Talents: Suche, Entwicklung und Führung von Talenten

Seit Jahren bereits wird vom Kampf um Talente in vielen Branchen berichtet – teilweise auch als Fachkräftemangel bezeichnet. Studien belegen nun, dass dieser Trend als eine der größten Herausforderungen in allen Branchen gesehen wird. Im Hintergrund steht auch das Bemühen von Unternehmen neuen unternehmensinternen Aufgaben, die durch die folgenden Trends beschrieben werden mit eigenen Kapazitäten gerecht zu werden. Da dies jedoch nicht immer gelingen kann, werden für besonders innovative Aufgaben nicht selten Beratungshäuser, einzelne Fachexperten oder Interim Manager beauftragt. Unabhängig von der Herkunft der Ressourcen, wird es für Unternehmer besonders wichtig werden diese punktuell und dennoch nachhaltig zum Einsatz zu bringen, ohne dabei die Kostenstrukturen unnötig zu belasten. Dabei ist es jedoch äußerst wichtig zu verstehen, dass es sich nicht nur um hochqualifizierte Absolventen handelt, sondern auch um etablierte Fachexperten mit Berufserfahrung und Einsicht in unterschiedlichen Branchen. Ein guter Mix aus jungen und erfahrenen Leuten kann das Potential eines Unternehmens enorme steigern.

 

2 | Digitalisierung: Transformation der Geschäftsprozesse

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Produkten steht im absoluten Fokus der industriellen Transformation, die mit dem Schlagwort Industrie 4.0 in aller Munde ist. Hierbei gibt es einige wesentliche Ausprägungen dieser digitalen Transformation. Auf der einen Seite sollen im Sinne von Industrie 4.0 industrielle Fertigungsabläufe so automatisiert und vernetzt werden, dass wertschöpfende Kernprozesse noch effizienter und transparenter gesteuert werden können. Hierbei möchte die deutsche Industrie eine Vorreiterrolle einnehmen, nicht zuletzt um sich bestehende Wettbewerbsvorteile durch Effizienzsteigerung zu sichern oder wieder zu erlangen. Eine weitere Ausprägung besteht in der Digitalisierung nicht wertschöpfender Geschäftsprozesse. Dies sind beispielsweise digitale Dienste die dem Kunden einen gefühlten Mehrwert zum gekauften Produkt liefern sollen. Auch auf Seite der Unternehmensberater sind diese Veränderungen in den Unternehmensstrukturen und Leistungsangeboten nachzuvollziehen. So löst sich die einst klare Trennung zwischen IT- und Managementberatern zunehmend auf und Dienstleistungen verschmelzen in gemeinsamen Produktportfolien. (Lesen Sie auch unseren Artikel People Business war Gestern – Digitalisierung der Beratungsindustrie)

 

3 | Netzwerke: Zusammenarbeit mit strategischen Partnern ausbauen und pflegen

Zunehmende Komplexität der Markt- und Produktstrukturen bringt Unternehmen vieler Branchen, mit Ihrer Fokussierung auf Ihre Kernkompetenzen, vermehrt an Ihre Leistungsgrenzen. Unternehmen sehen sich zunehmend der Aufgabe gegenübergestellt, fehlendes KnowHow durch strategische Allianzen und Entwicklungspartnerschaften einzukaufen. Als Vorreiter kann hier, wie so oft, die Automobilindustrie genannt werden. Kaum eine Industrie erlebt aktuell einen stärkeren Wandel. Zu den wichtigsten Veränderungen zählen dabei die Elektrifizierung der Antriebe, die Digitalisierung und Leistungsveränderung der Fahrzeugelektronik und Entertainmentsysteme sowie völlig neue Nutzungskonzepte der sog. Share Economy. Daher gehen die großen Hersteller seit den letzten drei Jahren vermehrt Kooperationen mit Hightech Anbietern elektronischer Produkte und digitaler Dienste ein. Damit werden Entwicklungszeiten verkürzt und die Innovationskraft gestärkt.

 

4 | Unternehmensstrategie: Formulierung von Vision, Strategie und Firmenkultur

Die Formulierung klarer Visionen und die Ausprägung einer gelebten Firmenkultur sind ureigene Aufgaben der Geschäftsführungen kleiner wie großer Unternehmen. Besonders in Zeiten des Wandels und intensivierter Dynamik müssen Unternehmen nicht nur mit neuen Produkten und Dienstleistungen reagieren, sondern auch die gesamte Ausrichtung Ihres Unternehmens neu bedenken. Als gutes Beispiel kann hier die ständige Rivalität zwischen den Konzernen Apple und Microsoft genannt werden. Aktuell empfinden nicht wenige überzeugte Apple-Nutzer das Ende einer nunmehr fast zehn Jahre andauernden Innovationsführerschaft, die 2007 mit der Veröffentlichung des iPhone 1 begann. Innerhalb der letzten beiden Jahre konnte Microsoft mit einer Neuausrichtung der Unternehmens- und Produktstrategie diese Vormachtstellung empfindlich angreifen. Das endgeräteunabhängige Betriebssystem Windows 10 stellt eine echte technische Revolution dar. Zudem hat sich Microsoft strategisch dafür entschieden das Download des Systems erstmals kostenlos zur Verfügung zu stellen, um damit binnen weniger Monate die Software zum meistgenutzten Betriebssystem auf deutschen Rechnern zu machen. Ob sich diese Entwicklung auch auf Mobilgeräte übertragen lässt, bleibt abzuwarten, jedoch wurden damit bezüglich Vision, Strategie und Firmenkultur klare Zeichen gesetzt. Darüber hinaus ist auch Microsoft strategische Partnerschaften mit Herstellern von Notebooks (z.B. Hewlett-Packard) eingegangen und bewirbt nun gemeinsam mit deren Produkten das Betriebssystem und dessen Leistungsfähigkeit.

 

5 | Kundenfokus: Produkte und Dienstleistungen an Kundenwünschen orientieren

Im Gegensatz zu den ersten vier genannten Trends, ist der erhöhte Kundenfokus für deutsche Unternehmen zwar sehr wichtig, aber im Vergleich zum internationalen Mittel in Deutschland etwas geringer priorisiert. Dennoch werden auch deutsche Unternehmen nicht umhinkommen, auf schnell ändernde Kundenanforderungen durch neue Produkte und Dienstleistungen zu reagieren. Vor allem die Schaffung zusätzlicher Mehrwerte durch Zusatzleistungen im After Sales und die Einbindung von Produkten in die digitale Lebensumgebung der Endkunden wird immer wichtiger. In Industrien, die diesen Kundenfokus in den letzten Jahren vernachlässigt hatten, konnten frappierende Umwälzungen festgestellt werden. Am Beispiel der Bankenwirtschaft kann dies sehr eindrücklich nachvollzogen werden. So wird nunmehr ein signifikanter Anteil finanzwirtschaftlicher Transaktionen im B2C Bereich durch neue Wettbewerber wie Paypal, Azimo, Google Wallet oder andere sog. FinTec Unternehmen abgebildet. Aufgrund der mangelnden Einbindung digitaler Technologien und der Schwerfälligkeit in die Jahre gekommener Dienstleistungsangebote der etablierten Finanzdienstleister konnten diese neuen Herausforderer mit gezieltem Kundenfokus den Markt neu definieren.

 

6 | Neue Produkte: Innovationskraft fördern

Da unternehmerisches Wachstum nicht selten der Primus unter den Unternehmenszielen darstellt, steht die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen seit jeher im Fokus der CEOs. Die Innovationskraft, die notwendig ist, um dieses Ziel zu erreichen, ist nicht selten das Resultat der oben genannten Punkte. Vor allem aber aufgrund der hohen Dynamik vieler Märkte sehen sich Unternehmer vor zusätzliche Aufgaben gestellt. In fast allen Branchen gilt die Regel: Produkte mit hohem Neuheitsgrad erzielen die besten Margen!

Diese Übersicht der Top Trends zeigt, dass es in den kommenden Jahren immer wichtiger wird von innen heraus durch die besten Talente einzusetzen, die frühe Adaption neuer Technologien voranzutreiben, das Einbinden externer Ressourcen zu forcieren und einer gezielten Unternehmensausrichtung Raum zu schaffen, um die innovativsten Produkte für die spezifischen Kunden zu entwickeln. Erfolgreiche Unternehmen, die die es bleiben möchten oder noch werden wollen, müssen sich also mit Ihren Kräften auf einen ausgewogenen Ressourceneinsatz innerhalb den oben genannten Trends widmen, um diese wirtschaftlich erfolgreich zu nutzen.

Quellen: apadua (2016); KPMG (2016); PWC (2016); Roland Berger (2016)

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Autor: Markus Sinz

Geschäftsführender Gesellschafter

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